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Skill · Jahresabschluss

Plausibilitätsprüfung EÜR-Zahlen vor Abgabe

Der Prompt beschreibt, worauf bei einer EÜR vor der Abgabe zu achten ist. Diese Skill arbeitet die Zahlen tatsächlich durch: Sie stellt jede Position neben ihren Vorjahreswert, rechnet die Abweichung in Betrag und Pro...

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Mandanten- und Personendaten vor der Eingabe anonymisieren. KI-Ausgaben sind Entwürfe; Zahlen, Rechtsstände, Fundstellen und fachliche Ergebnisse müssen vor der Verwendung geprüft und freigegeben werden.


name: euer-plausibilitaet description: Prüft die Positionen einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung vor der Abgabe Zeile für Zeile gegen das Vorjahr, rechnet Abweichungen und Verhältniskennzahlen mit Rechenweg, gleicht die AfA-Summe des Anlagenverzeichnisses gegen die AfA-Position ab und erzeugt daraus Auffälligkeiten und geschlossene Rückfragen an den Mandanten. Fordert Rechtsform und Umsatzsteuerstatus nach, weil sie ganze Prüfschritte schalten. Use when a cash-basis profit statement (EÜR) and its fixed-asset schedule have to be screened for plausibility and cut-off errors before it is filed.

21 – Plausibilitätsprüfung EÜR-Zahlen vor Abgabe

Zweck

Der Prompt beschreibt, worauf bei einer EÜR vor der Abgabe zu achten ist. Diese Skill arbeitet die Zahlen tatsächlich durch: Sie stellt jede Position neben ihren Vorjahreswert, rechnet die Abweichung in Betrag und Prozent, bildet die Verhältniskennzahlen mit sichtbarem Rechenweg, addiert das Anlagenverzeichnis Zeile für Zeile und stellt die Summe der AfA-Position gegenüber. Der Mengenvorteil liegt in der Zahl der Positionen und Anlagengüter: Der Vorjahresvergleich über alle Zeilen und der Verzeichnisabgleich sind Rechenarbeit, die mit dem Textblock allein von Hand anfällt – und beide Fehlerarten sind erst im Vergleich sichtbar, nicht in der einzelnen Zeile.

Wann einsetzen – und wann nicht

Einsetzen, wenn die EÜR-Positionen mit Vorjahresspalte und das Anlagenverzeichnis vorliegen und die Zahlen vor der Abgabe einen systematischen Plausibilitätsblick brauchen. Auch geeignet als Zwischenkontrolle vor dem Mandantengespräch: Die Rückfragetabelle entsteht dabei ohnehin.

Nicht einsetzen bei bilanzierenden Mandanten. Für die Durchsicht des Kontenbilds vor dem Abschluss ist Prompt 20 einschlägig – er verlangt den SuSa-Export mit Verkehrszahlen und Vorjahressaldo und prüft Vorzeichen, Verrechnungskonten und rechtsformwidrige Konten; es gibt ihn auch als Skill. Die periodengerechte Abgrenzung zum Bilanzstichtag leistet Prompt 51 mit Nachlaufbuchungen, OPOS-Liste, Dauerschuldverhältnissen und Ereignissen nach dem Stichtag; bei der EÜR erledigt Prüfschritt 4 der Prompt-Datei die Periodenfrage nach dem Zu- und Abflussprinzip.

Nicht einsetzen für die Wahlrechte des Anlagevermögens: Nutzungsdauer, Methode und Gegenüberstellung je Zugang gehören zu Prompt 52, der Anschaffungskosten, Reparaturaufwand, Gewinnsituation und geplante Investitionen abfragt und ebenfalls als Skill vorliegt. Diese Skill prüft nur, ob Verzeichnis und EÜR-Position zusammenpassen, und entscheidet kein Wahlrecht. Gebildete Abzugsbeträge nach § 7g EStG überwacht Prompt 53 anhand von Bildungsjahr, Betrag, geplantem Wirtschaftsgut und den Zugängen des laufenden Jahres. Einen einzelnen Reisekosten- oder Bewirtungsbeleg mit Reiseverlauf, Uhrzeiten und gestellten Mahlzeiten prüft Prompt 10; hier bleibt es bei der Frage, ob die Position insgesamt plausibel und der nicht abziehbare Anteil getrennt erfasst ist. Steht der Kleinunternehmerstatus selbst in Frage – Grenzen, Verzicht, Statuswechsel –, ist Prompt 88 einschlägig, der Vorjahresumsatz, aufgelaufenen Umsatz und Verzichtserklärungen abfragt; diese Skill prüft nur die Konsistenz der Erfassung.

Vor dem ersten Arbeitsschritt: Datensparsamkeit

Vor dem Einlesen der Zahlen bestätigen lassen:

  • dass Steuer-Identifikationsnummer, Steuernummer und Aktenzeichen des Finanzamts entfernt sind – auch nicht maskiert, auch nicht gekürzt, auch nicht in Kopf- oder Fußzeilen eines Ausdrucks;
  • dass der Mandant nur als Mandatskürzel geführt wird und Anschrift sowie Namen Dritter – Lieferanten, Kunden, Mitarbeitende, bewirtete Personen – durch Platzhalter ersetzt sind (Lieferant 1, Fahrzeug 1);
  • dass aus dem Anlagenverzeichnis Kennzeichen, Seriennummern und Lieferantennamen entfernt sind. Für die Prüfung genügen Art des Wirtschaftsguts, Datum, Betrag, Nutzungsdauer und Methode;
  • dass die Angaben zu Arbeitszimmer, Kfz und Privatanteilen ohne Gesundheitsangaben und ohne Angaben zu Angehörigen eingefügt werden. Für den Prüfschritt genügt die Position, nicht ihr persönlicher Hintergrund.

Taucht Zone-Rot-Material auf – eine Steuernummer im Kopf des Ausdrucks, ein Aktenzeichen, eine vollständige IBAN in einer Bemerkung, ein Hinweis auf ein Steuerstrafverfahren oder eine Selbstanzeige, eine Gesundheitsangabe zur Begründung einer Position –, sofort abbrechen, den Fundort mit Position und Spalte benennen und den Anwender bitten, die Aufstellung ohne diese Angabe neu einzufügen. Nicht selbst überschreiben und mit dem Rest weiterrechnen. Deuten die Angaben auf ein Strafverfahren oder eine Selbstanzeige, bleibt es beim Abbruch: Die Bearbeitung gehört dann außerhalb des KI-Werkzeugs zu einem Berufsträger. Dass eine bereits abgegebene Erklärung zu berichtigen ist, ist für sich genommen kein Abbruchgrund – Zone Rot erfasst den Straf- und Selbstanzeigesachverhalt, nicht die Berichtigung als solche.

Werkzeugauswahl, Auftragsverarbeitungsvertrag und die berufsrechtliche Einbindung des Anbieters nach § 62a StBerG müssen vor dem Einsatz geklärt sein; § 62a StBerG geht der DSGVO-Prüfung vor. Maßstab ist DATENSCHUTZ.md, Zone Rot.

Ablauf

  1. Rahmen abfragen, bevor gerechnet wird. Mandatskürzel und Branche, Rechtsform, Veranlagungszeitraum, Kontenrahmen, Belegwesen und die Besonderheiten, die eigene Prüfpfade auslösen: Betriebseröffnung, Betriebsaufgabe, Wechsel der Gewinnermittlungsart, mehrere Betriebe, Nebentätigkeit. Branche und Rechtsform tragen den Vollständigkeitsschritt – ohne sie ist nicht sagbar, welche Position erwartbar wäre und fehlt.

  2. Umsatzsteuerstatus ausdrücklich nachfordern. Regelbesteuerung, Kleinunternehmer, steuerfreie Umsätze oder Durchschnittssatzbesteuerung der Land- und Forstwirtschaft. Der Status ist ein Schalter: Er entscheidet, ob die Prüfung auf Brutto- oder Nettomethode geführt wird und ob der Ansatz von Vorsteuer überhaupt zulässig ist. Fehlt er, hier anhalten und fragen – nicht aus dem Zahlenbild rückschließen, weil gerade die Mischung beider Methoden der häufigste Fehler ist und ein Rückschluss ihn zudeckt.

  3. Schwellen erfragen, nicht setzen. Prozentsatz und Betragsgrenze, ab denen eine Vorjahresabweichung berichtenswert ist, legt die Kanzlei fest. Ohne Angabe wird jede Abweichung ausgewiesen und der fehlende Schwellenwert vermerkt, statt einen zu wählen.

  4. Vollständigkeit beider Listen klären. Enthält die Positionsliste eine gefüllte Vorjahresspalte, ist das Anlagenverzeichnis vollständig oder ein Auszug? Ohne Vorjahresspalte entfällt der Positionsvergleich und wird als entfallen vermerkt, nicht durch Schätzwerte ersetzt. Ist das Verzeichnis nur ein Auszug, unterbleibt der Summenabgleich, und aus einer Differenz wird kein Befund abgeleitet – die übrigen Verzeichnisprüfungen laufen auf dem Auszug weiter, jeder Befund trägt dann den Zusatz, dass er an der vollständigen Liste zu bestätigen ist.

  5. Positionsweise rechnen. Jede Position gegen ihren Vorjahreswert stellen, Abweichung in Betrag und Prozent ausweisen, Rechenweg sichtbar lassen. Positionen, die im Vorjahr besetzt und jetzt leer sind, werden gesondert geführt – ihr Fehlen fällt in einer nach Größe sortierten Liste sonst heraus. Nicht auswertbare Zeilen bleiben aus den Summen heraus und werden benannt.

  6. Verhältnisse bilden. Die Kennzahlen des Prüfschemas mit Zähler, Nenner und Ergebnis ausrechnen, nicht beschreiben. Jeder genannte branchenübliche Bereich ist ein unverifizierter Erfahrungswert und wird als solcher gekennzeichnet; amtliche Richtsätze werden nicht behauptet und nicht aus dem Gedächtnis gebildet.

  7. Anlagenverzeichnis abgleichen. Die AfA-Beträge des Verzeichnisses zeilenweise addieren, der AfA-Position der EÜR gegenüberstellen und eine Differenz beziffern, statt sie zu erwähnen. Zusätzlich je Zeile prüfen: Zugang ohne AfA, AfA ohne Zugang, Abgang ohne Buchwertabgang, sofort abgezogene Beträge, die aktivierungspflichtig sein könnten. Jede dieser Zeilen wandert einzeln in die Auffälligkeitenliste.

  8. Übrige Prüfschritte in der Reihenfolge der Prompt-Datei abarbeiten. Die Vollständigkeitsfrage – welche Position wäre bei dieser Branche und Rechtsform erwartbar und fehlt, welche ist untypisch, jeweils als Frage und nicht als Feststellung –, das Zu- und Abflussprinzip mit seinen Ausnahmen, die Umsatzsteuer in der EÜR, die Prüfliste der Zweifelsfälle und die formellen Abgabefragen stehen dort vollständig und werden von dort gelesen, nicht aus dem Gedächtnis gebildet. Jeder Punkt der Prüfliste wird als Frage beantwortet, auch wenn die Angabe fehlt – dann lautet die Antwort "Angabe fehlt" und die Frage geht in die Rückfragetabelle, statt zu entfallen. Ursachenaussagen sind Vermutungen und werden so gekennzeichnet.

  9. Grenzen niemals beziffern. Für jede Betragsgrenze, Pauschale, Freigrenze und jeden Prozentsatz – geringwertige Wirtschaftsgüter, Sammelposten, Geschenke, Bewirtungsanteil, Tagespauschale, Verpflegungspauschalen, Kilometersatz, AfA-Sätze – steht der Name der Grenze und dahinter "Betrag für [JAHR] verifizieren". Das gilt ausnahmslos, auch wenn der Wert sicher erscheint. Jede rechtliche Aussage trägt Norm mit Absatz und Satz, Richtlinie oder BMF-Schreiben mit Datum und denselben Zusatz; ist die Fundstelle unsicher, "Fundstelle offen – bitte recherchieren", ist sie nicht angebbar, "ohne Fundstelle – vor Verwendung belegen". Alle so markierten Werte werden am Ende noch einmal gesammelt aufgeführt.

  10. Sortieren, begrenzen, schreiben. Auffälligkeiten nach steuerlicher Auswirkung ordnen und auf die Höchstzahl der Prompt-Datei kürzen; was nicht zutrifft, wird weggelassen, und die Zahl der gekürzten Positionen genannt. Rückfragen an den Mandanten sind geschlossene Fragen in Sie-Form, mit einem Wort oder einem Beleg zu beantworten, jeder Fachbegriff kurz erklärt.

Ergebnis

Eine Markdown-Datei <Mandatskürzel>-euer-plausibilitaet-<JJJJ>.md im Arbeitsordner des Mandats, aufgebaut nach dem Ausgabeformat der Prompt-Datei: Eindeutigkeit und Datenlage, nach Rang sortierte Auffälligkeiten mit Zahl, Vermutung, Prüfschritt und steuerlicher Auswirkung, die Prüfliste der Zweifelsfälle mit Kästchen, die Rückfragetabelle mit leerer Antwortspalte, die interne Notiz und die Sammlung aller Werte, die vor Verwendung zu verifizieren sind. Im Kopf stehen Veranlagungszeitraum, Rechtsform, Umsatzsteuerstatus, die verwendeten Schwellenwerte und die Angabe, ob Vorjahresspalte und Anlagenverzeichnis vollständig vorlagen – daran ist erkennbar, worauf die Prüfung beruht. Die Rückfragetabelle wird für den Versand einzeln herausgezogen; die interne Notiz geht nicht an den Mandanten.

Qualitätssicherung

Kein Ergebnis verlässt die Kanzlei ohne menschliche Prüfung, und keine Abgabe folgt der Auswertung ungeprüft. Vor der Freigabe:

  • Keine Betragsgrenze aus der Auswertung übernehmen. Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter, Sammelposten, Geschenke, Bewirtungsanteil, Tagespauschale, Verpflegungs- und Kilometerpauschalen ändern sich; jede Zahl wird gegen den Rechtsstand des Veranlagungszeitraums aus einer Primärquelle verifiziert.
  • Vorjahresabweichungen, Verhältniskennzahlen und die AfA-Summe selbst nachrechnen, Gegenprobe in der Tabellenkalkulation. Summenbildung über viele Zeilen bleibt die bekannteste Fehlerquelle.
  • Branchenwerte der Auswertung sind keine amtlichen Richtsätze. Werden Richtsätze gebraucht, ist die amtliche Sammlung des betreffenden Jahres heranzuziehen.
  • Vier-Augen-Prinzip: Vor der Abgabe prüft eine zweite Person die Auffälligkeitenliste und die Behandlung von Privatanteil, Arbeitszimmer, Kfz und geringwertigen Wirtschaftsgütern. Die Freigabe zur Abgabe erteilt ausnahmslos ein Berufsträger und ist zu dokumentieren.
  • Die Plausibilitätsprüfung ersetzt weder Belegprüfung noch Kontenklärung; eine nicht genannte Auffälligkeit ist nicht ausgeschlossen.

Die Skill berechnet keine Fristen: weder Abgabe- und Berichtigungsfristen noch die Zeiträume der Ausnahmen vom Zu- und Abflussprinzip. Sie benennt sie als gesondert festzustellen.

Grundlage

Prüfschema, Sachverhaltsbogen und Ausgabeformat stehen allein in der Prompt-Datei: prompts/03-jahresabschluss/21-euer-plausibilitaet.md.