Prompt · Kanzleiorganisation
Telefon- und Erreichbarkeitskonzept für die Kanzlei
Das Telefon klingelt durchgehend, Rückrufbitten stapeln sich – und bei Urlaub oder Krankheit bricht die Erreichbarkeit zusammen.
Sicher verwenden
Mandanten- und Personendaten vor der Eingabe anonymisieren. KI-Ausgaben sind Entwürfe; Zahlen, Rechtsstände, Fundstellen und fachliche Ergebnisse müssen vor der Verwendung geprüft und freigegeben werden.
Problem: Das Telefon klingelt durchgehend, Rückrufbitten stapeln sich – und bei Urlaub oder Krankheit bricht die Erreichbarkeit zusammen.
Rolle: Kanzleileitung, Büroorganisation, Empfang
DATEV-Bezug: DATEV Eigenorganisation (Kontaktverwaltung, Aufgaben, Fristen), DATEV Arbeitsplatz, DATEV Unternehmen online / Meine Steuern als Alternativkanal
Was du bereitstellen musst: Heutige Handhabung (wer nimmt ab, wann, was passiert mit Rückrufbitten), Kanzleigröße und Rollen, Servicezeiten, typische Anrufgründe, vorhandene Technik.
Datensparsamkeit: Keine Namen von Mitarbeitenden oder Mandanten. Mitarbeitende nur als Rolle (Empfang, Fachkraft Lohn), Mandanten als Mandant A. Keine Angaben zu Krankheitsgründen, Arbeitszeitmodellen oder persönlichen Umständen – Vertretungsbedarf abstrakt als Rolle. Keine Leistungsbeurteilungen ("nimmt zu selten ab"). Werkzeugauswahl, Auftragsverarbeitungsvertrag und die berufsrechtliche Einbindung des Anbieters (§ 62a StBerG: sorgfältige Auswahl, Vertrag in Textform mit Verschwiegenheitsverpflichtung) müssen vor dem Einsatz geklärt sein – siehe DATENSCHUTZ.md.
Prompt
Du bist Organisationsberater für Steuerkanzleien. Du beschreibst Regeln
und Abläufe, nicht Personen. Du bewertest niemanden und triffst keine
Personalentscheidung – du legst der Kanzleileitung ein Konzept vor.
AUFGABE
Entwickle aus der Ist-Beschreibung ein Erreichbarkeitskonzept und die
Texte, die zur Einführung gebraucht werden.
IST-BESCHREIBUNG
- Kanzleigröße: [ANZAHL Berufsträger / Fachkräfte / Empfang]
- Wer nimmt heute Anrufe an: [ANGABE, nur Rollen]
- Wie Rückrufbitten festgehalten werden: [z. B. Zettel, E-Mail,
Aufgabe in DATEV Eigenorganisation, gar nicht]
- Servicezeiten heute: [ANGABE]
- Anrufe je Tag: [ZAHL oder "unbekannt"]
- Häufigste Anrufgründe: [z. B. Belegrückfragen, Statusfragen,
Termine, Bescheide, Lohn]
- Technik: [Warteschlange / Ansage / Weiterleitung / Portal ja-nein]
- Was heute schiefgeht: [ANGABE]
- Was nicht verloren gehen darf: [z. B. Fristsachen, Behördenanrufe]
ANFORDERUNGEN
1. Gib zuerst eine Einschätzung der Eindeutigkeit ab und benenne fehlende
Angaben. Arbeite mit klar benannten Annahmen statt zu raten.
2. Entwickle das Konzept mit genau diesen Bausteinen:
- SERVICEZEITEN: wann die Kanzlei telefonisch erreichbar ist und wann
ausdrücklich nicht, mit Begründung in einem Satz.
- ERSTANNAHME UND WEITERLEITUNG: wer nimmt an, welche Angaben werden
immer aufgenommen, wann wird durchgestellt.
- RÜCKRUFVERSPRECHEN: verbindliche Frist (z. B. Ende des nächsten
Arbeitstages), wie der Rückruf nachgehalten wird, was bei
Nichterreichen passiert. Ein Versprechen ohne Nachhalteweg ist keins.
- KANALTRENNUNG: was gehört ans Telefon (dringend, erklärungsbedürftig,
konfliktnah), was in eine Nachricht oder ins Portal (Belege,
Statusfragen, Dokumentationspflichtiges). Begründe die Zuordnung.
- STÖRUNGSFREIE BEARBEITUNGSZEITEN: Blöcke ohne Telefon, ihre
Absicherung, und was trotzdem durchkommt.
- VERTRETUNGSREGEL für Urlaub und Krankheit: nur Rollen, keine Namen;
geplante und ungeplante Abwesenheit getrennt.
- VIELANRUFER: sachliche Regel bei hoher Anruffrequenz (fester Termin,
gebündelte Rückfragen, Kanalwechsel). Als Angebot, nicht als
Sanktion, ohne Bewertung der Person.
- MESSUNG: drei bis fünf Kennzahlen ohne neues Werkzeug, mit
Erhebungsweg und Intervall.
3. Erzeuge Textbausteine, direkt verwendbar:
(a) Ansage außerhalb der Servicezeiten
(b) Ansage in der Warteschlange
(c) Abwesenheitsnotiz E-Mail (geplant / ungeplant)
(d) Notizvorlage für die Rückrufbitte mit Pflichtfeldern
(e) Mandanteninformation zur Umstellung, höchstens 200 Wörter,
Sie-Form, Nutzen zuerst, keine Rechtfertigung, mit Datum des
Inkrafttretens und Weg für dringende Fälle
4. Erzeuge einen Einführungsplan über [ANZAHL] Wochen: Schritt, Woche,
Rolle, woran man erkennt, dass der Schritt wirkt.
5. Bewerte keine Personen. Keine Aussagen über Leistung oder persönliche
Umstände Mitarbeitender oder Mandanten – nur Rollen, Regeln, Abläufe.
6. Erfinde keine berufs- oder arbeitsrechtlichen Pflichten. Wo eine
Regelung mitbestimmungs-, arbeits- oder berufsrechtlich relevant sein
kann (Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeit, Rufbereitschaft,
private Mobilnummern), kennzeichne sie als "prüfbedürftig". Nenne
keine Fundstelle, die du nicht sicher kennst.
Kennzeichne als "prüfbedürftig" außerdem: Festlegung von Servicezeiten,
Telefonzeiten und störungsfreien Blöcken (betrifft die Verteilung der
Arbeitszeit, § 87 Abs. 1 Nr. 2 BetrVG) sowie jede Kennzahl, die sich einer
Rolle und damit faktisch einer Person zuordnen lässt (technische
Einrichtungen zur Leistungs- oder Verhaltenskontrolle, § 87 Abs. 1 Nr. 6
BetrVG). Sag zur MESSUNG ausdrücklich, dass die Kennzahlen auf Kanzlei- und
Prozessebene zu bilden sind und nicht zur Leistungskontrolle Einzelner
dienen. Fundstellen mit "für [JAHR] verifizieren".
7. Nenne zu jedem Baustein einen erwarteten Nachteil ehrlich mit.
Erfinde keine Erfolgszahlen.
8. Nenne zu jedem als prüfbedürftig gekennzeichneten Punkt die voraussichtlich
einschlägige Norm mit dem Zusatz "Fundstelle – für [JAHR] verifizieren".
Erfinde keine Fundstelle; bist du unsicher, schreibe "Norm unbekannt, durch
Berufsträger zu bestimmen".
AUSGABEFORMAT
1. "Einschätzung der Eindeutigkeit"
2. "Erreichbarkeitskonzept" (Bausteine in obiger Reihenfolge, je Baustein
Regel – Begründung – erwarteter Nachteil)
3. "Textbausteine" (a) bis (e)
4. "Einführungsplan": Schritt | Woche | Rolle | Wirkungsindikator
5. "Interne Notiz": Entscheidungsbedarf der Kanzleileitung, zu prüfende
Punkte, fehlende Angaben
6. "Was ich nicht sicher weiß"
Anwendung
- Eine Woche lang mitzählen, wie viele Anrufe kommen und warum. Ohne diese Grundlage entsteht ein Konzept ohne Realitätsbezug.
- Vor dem Einfügen alle Namen durch Rollen ersetzen – auch dort, wo beschrieben wird, was heute schiefgeht.
- Das Konzept mit dem Team besprechen, bevor es gilt. Regeln, die nur die Leitung kennt, halten nicht.
- Rückrufbitten als Aufgabe in DATEV Eigenorganisation anlegen statt auf Zettel – nur so ist die Frist nachhaltbar.
- Mandanteninformation früh versenden, nicht am Tag der Umstellung.
Qualitätssicherung
- Fristsachen prüfen. Sicherstellen, dass Behörden- und Fristanrufe die störungsfreien Blöcke jederzeit durchbrechen. Testen, nicht annehmen.
- Rückrufversprechen nur zusagen, wenn es gehalten werden kann. Ein gebrochenes Versprechen schadet mehr als eine längere Frist.
- Arbeits- und mitbestimmungsrechtliche Punkte prüfen lassen. Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeit, Rufbereitschaft und private Telefonnummern sind prüfbedürftig; das Modell gibt keine Rechtsauskunft.
- Der mitbestimmungspflichtige Kern liegt im Konzept selbst, nicht in seiner Auswertung. Servicezeiten, Telefonzeiten und störungsfreie Blöcke betreffen die Verteilung der Arbeitszeit (§ 87 Abs. 1 Nr. 2 BetrVG); rollenbezogene Kennzahlen können eine technische Einrichtung zur Leistungs- oder Verhaltenskontrolle darstellen (§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG). Fundstellen für [JAHR] verifizieren, Prüfung vor Inkraftsetzung.
- Kennzahlen auf Kanzlei- und Prozessebene halten. Jede Kennzahl, die sich einer Rolle und damit faktisch einer Person zuordnen lässt, vor der Einführung prüfen lassen oder aggregieren.
- Keine Personenbewertung im Konzept. Formulierungen streichen, die auf einzelne Mitarbeitende oder namentlich auf Mandanten zielen.
- Freigabe durch die Kanzleileitung vor Änderungen an Ansagen und Telefonanlage; die Mandanteninformation ist Mandantenkommunikation und geht nur nach Freigabe durch einen Berufsträger hinaus (Freigabestufe 3 in
DATENSCHUTZ.md). Vier-Augen-Prinzip: alle Textbausteine von einer zweiten Person gegenlesen lassen. Ansagetexte laut vorlesen – über 20 Sekunden legen Anrufer auf.
Varianten
- Ohne Empfang: "Entwickle das Konzept ohne feste Telefonannahme: rollierende Zuständigkeit, feste Telefonzeiten, Anrufbeantworter mit Rückrufversprechen."
- Saisonspitze: "Passe das Konzept für die Wochen vor den Abgabeterminen an: was wird ausgesetzt, was verstärkt."
- Kanalwechsel: "Erzeuge eine Mandanteninformation, die den Portalweg für Statusfragen erklärt – Nutzen zuerst, ohne Technikjargon."
- Vertretung: Prompt 24. Jahresterminplanung: Prompt 17.
